Taverne im DJK-Vereinsheim

VON ANDREAS BRETTING (Münchener Merkur 09.12.2017)

Zwei Wohlfühlzonen, zwei Speisekarten, zwei Kulturen: In der neu verpachteten Vereinsgaststätte der DJK Würmtal soll ein gastronomisches Doppelkonzept das Publikum binden.

Planegg – Sie haben griechische Eltern, sind aber beide in München aufgewachsen: das neue Wirtepaar hat die Doppelung der Kulturen im Blut. Seit Anfang November ist die Vereinsgaststätte zu einer ausgewachsenen griechischen Taverne geworden, ohne ihre Funktion als Sportgaststätte aufzugeben.

Im vorderen Bereich hat die zuvor rustikale Einrichtung mediterraner Leichtigkeit Platz gemacht. Im Nebenraum sind die Holzpaneele geblieben: „Unser Sportlerzimmer“, wie Stella Giougli mit Blick auf die Fotogalerie erfolgreicher Würmtaler Sportler.

So wie „Der Grieche“ zwei Raumkonzepte hat, besitzt er auch zwei Speisekarten. Einmal eine kleine Karte mit deftigen Klassikern, vom Schnitzel über den Burger bis zur Currywurst. Dann gibt es eine griechische Karte mit vielen Vorspeisen und erstaunlich wenigen Hauptgerichten. Die sparsame Auswahl täusche jedoch, erläutert Ilias Dadanis: „Wir haben jede Woche zusätzlich noch wechselnden Mittagstisch und zusätzliche Empfehlungs-Gerichte.“

Ilias Dadanis sagt, es sei ihm wichtig, dass ein echtes „Tavernen-Gefühl“ aufkomme. Dazu gehöre erstens das Ohr für die Gäste: „Wir wollen rausfinden, was die Leute mögen.“ Beispielsweise habe er einen süßen Wein in seine stille Reserve dazugenommen, weil ein Paar diesen gerne trinke. Auch dürfe man sein Lieblingsgericht immer nachfragen – und gehe es nicht am selben Tag, dann besorge er es für den folgenden.

Zweitens meint das „Tavernen-Gefühl“ die Herzlichkeit. Ein Gast sei genauso willkommen, wenn er nur eine Kleinigkeit esse. Zudem wolle er oft Zeit für Gespräche bieten und für Stammgäste auch schon mal eine Umarmung. Nur bei einem einzigen „Erziehungsauftrag“ will Ilias hart bleiben: „Den Ouzo gibt es nicht am Anfang, sondern original wie in Griechenland erst etwas später.“

DJK-Präsident Martin Götz ist erleichtert über den Neustart und gibt zu, dass er schon überlegte, die Verpachtung ganz aufzugeben, so oft hatten ihm die Wirte schon aufgehört. Andererseits verstehe er die Probleme der Betreiber. Die klassische Vereinsgastronomie sei heute schwierig. Moderne Leistungssportler würden nur leicht und wenig essen und auch nicht bis spät nachts zum Karteln sitzen bleiben, wie die Fußballer früher. „Heute muss man schon etwas Besonderes bieten.“

Ilias Dadanis und Stella Giougli sind sicher, dass sie dieses Spezielle haben. Für die Griechenland-Fans soll es ab Januar Abende mit Live-Musik geben. Für die Sportler werde die Wiedereröffnung der Kegelbahn kommen, und schon jetzt gebe es den Frühstückskaffee für die Eltern, die am Wochenende ihren Nachwuchs zum Training bringen. „Schließlich sind wir selber Eltern eines 13-jährigen Fußballfans“, betont das Paar, das die Gaststätte gemeinsam mit einem Verwandten Giouglis und einem Koch betreibt. Im Sommer werde natürlich auch draußen gegrillt – wenn Interesse bestehe, bereite er auch Tomahawk-Steaks, Dry-Aged-Fleisch oder einen ganzen Edelfisch zu, sagt Ilias Dadanis mit so feurigem Blick, als habe er den Grill schon im Blick.

DER GRIECHE

öffnet täglich 11.30 – 22.30 Uhr, bei Veranstaltungen auch länger. Telefon: 0152-54 15 23 54.